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Liebe Lesein, Lieber Leser!

Wie bei vielen notwendigen gesellschaftlichen Reformen besteht auch hier das Problem darin, dass sie das veränderte Bewusstsein voraussetzen, das eigentlich aus ihnen erwachsen kann.

Ich mute Ihnen also sehr viel zu, wenn ich aufzeigen möchte, dass eine Veränderung unserer Schule (und die ist dringend nötig) durch Kooperation im Web grundsätzlich möglich ist (und jede/r der/die diesen Satz gelesen hat macht ihn zur self-fulfilling prophecy).

Sich darum kümmern was eine freie Gesellschaft am nötigsten braucht

Die antiken Griechen lebten es in ihren poleis , für die damalige Zeit, schon recht nachahmungswürdig vor. Sie machten Politik (= nachdenken über die polis, also über die Gemeinschaft)! Sie hatten eine Art der Basisdemokratie, in der jeder Vollbürger (leider ausschließlich freie, volljährige Männer eines bestimmten Standes) Teilhabe an der gesellschaftlichen Gestaltung der Gemeinschaft hatte – und dieses Recht zur Kritik wurde auch genutzt. Es ging um Mitbestimmung!

Unsere heutige Demokratie ist doch auch Mitbestimmung? Nein! Unsere Demokratie banalisiert sich derzeit selbst – ich möchte dies mit den Worten Hartmut von Hentigs unterstreichen:

Demokratie […] die kunstvoll hergestellte Illusion der Beteiligung an den Entscheidungen der polis, die man nicht als solche, sondern nur als Abstimmung über vorher ausgehandelte Themen und Beschlüsse erfahren hat;

Dieser Satz spiegelt eine Politikverdrossenheit wieder, welche durch den Mangel an Mitbestimmung und den Mangel an kritischen Informationen („danke“ an alle Boulevardmedien da draußen) erzeugt wurde, aber es gibt ein Gegenmittel. Man kann aufstehen und mitteilen was einem nicht passt! Leichter denn je – egal ob es um die Schule oder politische Systeme geht. Das Internet machts möglich.

Vom Massensterben der Autoritäten

Ich zitiere aus einem großartigen Artikel von Thomas Strobl in der FAZ. Er zeigt die Kraft von Web und Webcommunities sehr eindrucksvoll auf:

Als von Peer Steinbrück Ende September letzten Jahres verlautbart wurde, dass die Hypo Real Estate mit 35 Milliarden gestützt werden müsse, konnte man binnen weniger Stunden in der Blogosphäre nachlesen, dass es wohl eher 100 Milliarden werden würden; als nach dem verhängnisvollen Tankerangriff in Afghanistan Verteidigungsminister Jung noch darauf beharrte, dass es keine zivilen Opfer gegeben habe, wurde im Web schon längst darüber diskutiert, ob deren Zahl bei 50 oder eher 150 läge […] und der iranische Präsident Ahmadinedschad schließlich musste auf die harte Tour lernen, dass „Twitter“ keine Geschlechtskrankheit des degenerierten Westens ist, sondern ein wahrlich „revolutionäres“ Medium.

Das Internet ist ein Serienkiller. Sein bevorzugtes Opfer: Autoritäten jeglicher Art. Da man sich im Netz über alles und jeden informieren kann, werden die Aussagen von Experten, Exegeten und Propagandisten kontrollierbar. Und nicht nur das: Sie werden vor allem diskutier- und kritisierbar. Und das unterminiert jede Form von Autorität; auf jedem Gebiet – sei es Wirtschaft, Wissenschaft oder Politik. […] Mit dem Internet findet eine Entwicklung ihren vorläufigen Höhepunkt, die bereits mit dem Buchdruck begann: Gesellschaftliche Kommunikation vollzieht sich nicht mehr entlang von Hierarchien sondern „heterarchisch“

Vorschau auf Teil 2

Im 2. Teil dieses posts, soll aufgezeigt werden wie ein neues Schulsystem finanziert werden könnte und welchen Teil die polis dazu beitragen kann.

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Liebe Leserin, Lieber Leser!

Gutes neues Jahr! Die 00er-Jahre sind vorbei – was bleibt von diesem Jahrzehnt? Wird es als eine Dekade des Terrors in die Geschichte eingehen, vielleicht als Jahrzehnt der Wirtschaftskrise, Zeit der Flatrates, wird man bald schon keine Notiz mehr davon nehmen? Mitnichten! Ich denke wir werden diese Periode als

Zeit der neuen Kommunikationsstruktur

in (bester?) Erinnerung behalten. Facebook, Twitter, Second Life, MySpace nicht nur am Mac, PC oder Laptop sondern 24/7 auch am Handy… E-Mail oder SMS war gestern! Man sollte derartige social networks oder social medias nicht in gut oder schlecht kategorisieren, nicht mit schwarz oder weiß hinterlegen, sondern sich ihre Möglichkeiten zu Nutze machen, denn Sie sind schon jetzt Teil einer neuen Realität – Punkt. (Ja, ja ich weiß: jede Realität ist Produkt des individuellen Denkens)

Die neue Art der Kommunikation nutzen

Ein exemplarisches Beispiel dafür ist die  #unibrennt Bewegung, deren Kreise sich ja auch bis nach

unibrennt logo

Deutschland ziehen. Ich könnte ein langes und ein breites über diese Bewegung schreiben, so etwas zum Beispiel (aber das ist nicht nötig, Sie müssen das nicht unbedingt lesen):

Eine angeblich unpolitische Generation stellt innerhalb von wenigen Tagen eine Bewegung auf die Beine, die längst über die Universitäten hinausstrahlt. Schließlich liegt in der gesamten Bildungspolitik vieles im Argen. Das Auffälligste: Die Studierenden sprechen klug und vernünftig, ohne große Kraftausdrücke, sie fallen sich stets auch selbst ins Wort und sie wissen um die Komplexität und Ambivalenz gesellschaftlicher Probleme. Das hindert sie aber nicht am Handeln. Eine Politik, die unterkomplex und handlungsunfähig zugleich ist, sollte sich an ihnen ein Vorbild nehmen. Und schließlich haben die Studenten in wenigen Tagen eine horizontale Vernetzung geschafft, eine hochprofessionelle Organisation, die die modernen Kommunikationstechnologien produktiv einsetzt. Produktiver, als das jede Partei in diesem Land könnte. Und das soll eine unpolitische, indifferente, alleine am Spaß orientierte Generation sein? Nein. The Kids Are Alright. (danke Herr Misik)

Da es hier ja auch um neue Medien gehen soll, schlage ich Ihnen vor: Sehen Sie sich ein sehr gelungenes Videolog a.k.a. Videocast an, wenn Sie mehr über die Bewegung erfahren wollen. Dazu bitte einfach HIER klicken und zurücklehnen.

Wesentlich ist aber folgende Erkenntnis

Wie auch im oben verlinkten Vlog gut beschrieben wird, begründet sich der Erfolg dieser Protestbewegung mit
schnellen, niedrigschwelligen Kommunikationsstrukturen
wie etwa Facebook oder Twitter. Die Studierenden erkannten die Zeichen der Zeit und haben sich innerhalb von Stunden über die besagten sozialen Plattformen vernetzt und damit unglaubliche (europaweite) Resonanz erzielt. Sie haben damit mehr für die Akzeptanz von sozialen Plattformen und der Webmedien als alle ohnmächtigen Nerds oder „Opinionleader“ zusammen. Diese neuen Medien waren bzw. sind das perfekte Tool um die Schnelligkeit und Flexibiltät ihres oder auch Ihres Denkens und Handelns einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Schaun Sie doch auch mal rein…

Liebe Leserin, Lieber Leser!

Nachdem im letzten Eintrag aufgezeigt wurde, dass die „Angst“ vor neuen Medien durchaus legitim und auch historisch gewachsen ist, gehe ich in diesem post einen anderen Weg! Konsequenterweise müsste mein Versuch einer Onlinesozialisation in kleinsten Schritten weitergehen und in pädagogischer Manier vom Einfachen zum Schwierigen führen, ABER ich habe mich heute dazu entschlossen bottom up vorzugehen und das Pferd von hinten aufzuzäumen.

Ich möchte Sie, liebe LeserInnen, mit einigen interessanten Links zu unserer Netzwerks- oder Wissensgesellschaft versorgen – gleichermaßen interssant für NeueinsteigerInnen und erfahrene User.

Schön und gut – aber ich habe ganz andere Befürchtungen

Gehören Sie zu all jenen, die befürchten, dass durch das Wuchern von virtuellen Ersatzwelten die Erfahrungen und das Bedürfnis nach einer gemeinsamen Wirklichkeit verkümmern?
In Einzelfällen ist dies durchaus möglich – aber insgesamt bietet uns das Internet die Möglichkeit die negativen Entwicklungen, die mit dem Wachsen des WWW einher gehen zu bekämpfen. Das Web bietet uns

das wichtigste Mittel der Aufklärung: Verständigungsmöglichkeit

Diese neuen Wege der Verständigung geben uns die Möglichkeit unsere Meinung endlich offen kundzutun. Der Blogger Martin Blumenau beschreibt es in seinem täglich Journal wie folgt

Wer etwas sagen will, kann das tun, demokratischer denn je, ohne sich jahrelang ranschleimen oder hochdienen zu müssen in herkömmlichen Medien-Strukturen. Deswegen hassen die den Blogismus auch so.

„Die“ steht für eine Medienlandschaft, welche großen Veränderungen ins Auge blicken muss. Das Web revolutionierte unsere Medienwelt. Lehnen Sie sich zurück und lauschen Sie einer hochinteressanten und kritischen Diskussion zum Thema

Was können Blogs, Podcasts, Facebook und Twitter bewirken?
(einfach anklicken dann auf „Audio“ klicken)

Der Medienwandel lässt sich aber auch statistisch untermalen.

die FAZ zeigt auf, wie rasant die Web-Gemeinschaft wächst

Natürlich steht unsere gesamte Kultur vor Veränderungen. Frank Schirrmacher stellt sich im Spiegel die Frage:

Wer frisst wen in der digitalen Gesellschaft? Der darwinistische Wettlauf zwischen Mensch und Computer.

Viel Spaß mit dem Wandel der Zeit!

Liebe Leserin, Lieber Leser!

Ich suggeriere jetzt einfach mal: Viele von Ihnen sind ohne dem Internet aufgewachsen, gehören vielleicht (wie ich) gameboyder „Generartion Gameboy“ an und stehen dem „neuen“ Massenmedium WWW noch immer sehr kritisch gegenüber – teilweise natürlich zu recht, vielleicht auch aus Angst vor dem Unbekannten und den schnellen Entwicklungen unserer Zeit… Ich hüte mich davor dies zu bewerten, gebe Ihnen aber gerne einen historischen Überblick  zum Thema:

„neue“ Medien im Kreuzfeuer der Kritik

Seit dem Aufkommen der ersten Massenmedien und dem damit verbundenen unkontrollierten Umgang, wurde über den schädlichen Einfluss dieser Medien diskutiert.

„Die öffentliche Debatte zum Thema Kinder und Medien flammt jeweils auf, wenn neue Meidenangebote für Kinder auf dem Markt erscheinen oder wenn dramatische Ereignisse, wie z.B. Jugendgewalt, dazuführen, dass man die Medien als Verantwortliche ausmachen will“ (Süss, 2004, S. 13).

Auch Ulmann (1999) bwertet ähnlich, leider ohne gendermainstreaming:

„Der Verdacht drängt sich auf, dass Pädagogen immer gegen Medien, insbesondere gegen die neuesten gekämpft haben, wie überhaupt gegen alle zivilisatorischen, insbesondere technischen Neuerungen“ (Ulmann, 1999, S. 181. ff)

Tatsächlich gibt es diese Kritik seit es Massenmedien gibt! Die Angst vor den (aus jeweiliger Sicht) neuen Medien wirkt heute fast grotesk. So machte man sich im 18. Jahrhundert Sorgen über die „Lesewut“ von Frauen und Kindern.

die Lesesucht-Diskussion

Im 18. Jahrhundert ging die Angst um, dass Kinder durch den falschen Lesestoff zu falschem Wissen kämen und durch das Lesen körperlichen Schaden nähmen. Bei Frauen wurde befürchtet, dass sie durch die all zu lustvolle Lektüre von Romanen ihre Pflichten als Hausfrau, Mutter und Gattin vernachlässigen würden (Vgl. Fromme, 2001).  So entstand Anfang des 18. Jh. die Lesesuchtdiskussion:

„[…] Lektüre überreizt die Phanatasie, regt den Geist nicht sowohl an, als vielmehr auf, erzeugt leicht eine wahre Lesewut und schadet in körperlicher und geistiger Hinsicht“ (Berthold, 1882, S. VIII).

Lesen galt als schädlich und wurde sogar mit einer erhöhten Jugendkriminalität in Zusammenhang gebracht. Übrigens gab es noch bis in die 1950er Jahre hinein  die „Schmutz-und-Schnund-Debatte“ vor allem im Zusammenhang mit Comics und Trivialliteratur.

Heutzutage würde man kein Kind mehr stören während es liest. „Er liest doch gerade so schön“ bloß nicht den Fernseher oder den Computer einschalten… Die audiovisuellen Medien wurden zum neuen Feindbild – ihnen schrieb man (weil’s gerade zum Thema passt) unter anderem die Verantwortung der abnehmenden Lesekompetenz zu.

die Bildschirmzuwendung als Bedrohung

Der negative Einfluss von Medien ist ein zeitloses Tehma. In den 1920er Jahren ging es um die Effekte des Kinos, in den 1950er, wie erwähnt, um die des Comics, in den 1970er um die des Fernsehens, in den 1980er stand das Video im Mitteilpunkt, und in den 1990er die Computerspiele.  Allen Medien schrieb man negative Konsequenzen zu. Es ist ja auch zum Haare raufen! Hat man sich an ein Medium gewöhnt und sich eine Medienpräferenz aufgebaut, kommt schon das nächste neue Ding und mit ihm die nächsten Befürchtungen.

Jedes neue Medium wird also auch als Bedrohung des bisherigen Leitmediums eingeschätzt.

Man dachte die Printmedien würden von Radio und Kino verdrängt, diese vom Fernsehen, dieses vom Computer usw. Die Medienforschung hat allerdings belegen können, dass diese Annahme falsch ist (vgl. Stöber, 2001)

„[…] Neue Medien führen in den allermeisten Fällen nicht zu einem Verschwinden der alten Medien, sondern dazu, dass den alten Medien neue Funktionen zugeschrieben werden“ (Süss, 2004, S.57)

Trotzdem bleibt die öffentliche Diskussion bestehen, die Frage gewalthaltiger Computerspiele ist gerade in letzter Zeit brandaktuell und muss wohl, nach dem neuesten Stand der Forschung, kritisch beurteilt werden.

Abschließend möchte ich meine subjektive Meinung kundtun: Egal ob real oder virtuell, gehen Sie mit offenen Augen durch die Welt.

Liebe Leserin, Lieber Leser!

The future is now (die Zukunft startet jetzt)

Dieser Blog startet in der Zukunft. Willkommen im Jahr 2018!

Heute ist Jahrestag jenes Meilensteins, der als >>schulische Revolution 2.0<< in die Geschichtsbücher einging. Was Ende 2009 seinen Lauf nahm, erreichte 2017 schließlich seinen Höhepunkt. Ein neues Schulsystem, das kooperativ von Lehrenden, SchülerInnen und Eltern miterrichtet wurde.

Gelungen ist diese dringend nötige Reform dank einer bis zu diesem Zeitpunkt beispiellosen Vernetzung aller SchulpartnerInnen und sonstigen kritischen DenkerInnen über social communities  im web (also vernetzte soziale Gemeinschaften). Nachdem die politischen Machthabenden (in Österreich leider der Rechtspopulist H.C. Strache – in Deutschland ist überraschend Günther Jauch Kanzler) sich im Jahr 2017 endgültig dem Druck der Öffentlichkeit beugen mussten und das Staatsvermögen statt in Banken und Autohersteller, in das marode Schulsystem steckten, begann endlich der Wandel unserer Schule in Richtung Wissensgesellschaft. Unsere alten baufälligen Schulgebäude wurden endlich zu Treibhäusern der Zukunft. Doch dieser Weg war steinig…

Die Unzufriedenheit stieg

Für immer mehr Lehrende war das Maß voll! Sie wollten nicht länger in einem Schulsystem arbeiten, das darauf ausgerichtet ist systematisch Randgruppen zu produzieren und durch möglichst frühe Selektion Perspektiven schon im Kindesalter zerstört. Die Lehrenden hatten genug von einem bürokratischen Relikt namens Schule, bei dem empirisch nachgewiesen ist, dass schulischer Erfolg noch immer mit dem sozialen Hintergrund der Kinder gekoppelt ist.

Unsere Lehrerinnen und Lehrer wollten sich endlich Luft verschaffen und gegen die teilweise unglaublichen Rahmenbedingungen ankämpfen, die sie reihenweise in das Burnout trieben –> und sie sollten Ventile finden. Rütlischule - quelle: spiegel.de

In Weblogs wie diesem oder jenem, vielleicht auch diesem wurden Ideen für eine neue (egalitäre und moderne) Schule geboren und durch Kollaboration im Web groß gemacht.

Utopie vs. Realität

Birkenstockpädagoge, Sozialromantiker, Weltverbesserer… Klar, natürlich lesen sich diese Zeilen sehr utopisch, aber dieser Blog (in manch anderen deutschsprachigen Ländern dieses Blog) soll sukzessive aufzeigen, dass sich aus einer kleinen Gemeinschaft durchaus eine Bewegung entwickeln kann – oder, dass ein Stein dazu im Stande ist eine Lawine ins Rollen zu bringen.

Also auf in eine neue Schule, in die g(e)orgeous school.

hier eine Vorschau: